Nxt 2.0 Vorschlag

Nicht nur die Blockchain, auch die Nxt-Gemeinschaft spaltet sich


Nxt-Chefentwickler Jean-Luc hat einen Vorschlag für die Weiterentwicklung von Nxt gemacht und nennt dies "Nxt 2.0".
(hier der Originalbeitrag aus dem Nxt-Forum)

Dieser Vorschlag hat große Wellen geschlagen und eine heftige Debatte ausgelöst. Die Technik ist revolutionär, hätte aber weitreichende Auswirkungen auf das aktuelle Nxt-Ökosystem, d.h. nicht jeder würde von den Vorteilen profitieren. Um was geht es? Die Nxt-Blockchain soll aufgespalten werden, damit will man zum einen eine Unzulänglichkeit des "Monetary System" beheben und zum anderen verhindern, dass der Speicherbedarf für die Blockkette zu stark anwächst. Man muss dabei im Hinterkopf behalten, dass der Vorschlag noch zur Diskussion steht, es ist also noch nicht alles in trockenen Tüchern und noch nichts entschieden. Außerdem veranschlagt Jean-Luc eine Entwicklungsdauer von ca. einem Jahr, es ist also noch genug Zeit, sich die Sache gründlich zu überlegen.

Hier die harten Fakten:


  • Die Nxt-Blockchain wird aufgespalten in eine "Hauptkette" (main chain) und mehrere "Kindketten" (child chains).
  • Die Währung NXT ist dann eine Kindkette mit allen Funktionen der aktuellen Währung: AE, MS, DGS usw. - außer dem Forgen (Blockerzeugung)!
  • Forgen kann man dann nur noch auf der Hauptkette, das Token hierfür soll "forgingNXT" heißen oder kurz fNXT.
  • Die Distribution von fNXT soll automatisch erfolgen: zum Stichtag (der noch festgelegt wird) erhält jeder NXT-Kontoinhaber die gleiche Menge fNXT, wie er an NXT besitzt.
    Also eine Distribution im Verhältnis 1:1 fNXT zu NXT.

Die Vorteile:

  • Neben der Kindkette "NXT" können auch andere Blockketten als Kindketten erstellt werden. Diese haben dann die Möglichkeit, alle NXT-Funktionen zu implementieren oder auch nur eine Untermenge davon.
  • Die Währung der Kindketten erinnert an das "Monetary System", hat aber den Vorteil, dass Transaktionsgebühren auf der eigenen Blockkette mit der Währung (dem Token) derselben bezahlt werden können.
    Ein Beispiel: ich erstelle eine Kindkette mit dem Namen "EURONEN" und der Währung "EON". Die Transaktionsgebühren bezahle ich dann mit EON und muss nicht ein zweites Konto mit NXT (bzw. neu: fNXT) führen, nur um Überweisungen in EON durchführen zu können.
    Diese Funktion wird von Interessenten, die beim Nxt-Marketing wegen einer Realisierung ihrer Projekte anfragen, händeringend gesucht! Die Lösung des "Monetary Systems", wo zwar eine eigene Währung erstellt werden kann, die Transaktionsgebühren aber in NXT bezahlt werden müssen, ist leider nicht gut angekommen. Die Verwaltung von zwei Währungen ist einem normalen Benutzer halt nicht zuzumuten.
  • Die Transaktionen der Kindketten können regelmäßig (nach 1440 Blöcken) bereinigt werden, was die Datenspeichereffizienz des Nxt-Systems dramatisch verbessert. Nur die Transaktionen der Hauptkette mit dem fNXT-Token müssen permanent gespeichert werden, brauchen aber viel weniger Speicherplatz, da die Informationen über AE, MS, DGS und andere Transaktionen, die hier nicht mehr unterstützt werden, wegfallen.

Der Vorschlag ist hochkomplex und sicher raucht jetzt dem ein oder anderen geneigten Leser der Kopf! Smile So war es jedenfalls bei mir, als ich den Originalbeitrag von Jean-Luc las. Sobald die Nxt-Gemeinschaft den Vorschlag verdaut hatte, wurde aber auch schon Kritik laut. Eine hitzige Debatte entbrannte über den Sinn der Aufspaltung der Blockkette und es gibt verschiedene Vorschläge, um eine Alternative mit ähnlichen Vorteilen, aber eben ohne Spaltung zu bieten. Diese Vorschläge sind aber bisher alle wegen technischer Mängel zurück gewiesen worden, so dass aktuell immer noch der Vorschlag von Jean-Luc Bestand hat.

Kritik wurde auch an der Distribution von fNXT im Verhältnis 1:1 geäußert. Ein Erfolgskonzept von Nxt ist ja die Asset Exchange (Börse für Unternehmensanteile): viele Nxt-Benutzer haben sich Anteile zugelegt und halten einen Großteil ihres Kapitals nicht in NXT, sondern in diesen Anteilen. Diese Benutzer würden bei einer 1:1 Distribution benachteiligt und sicher würde es den AE-Projekten schaden, wenn sich die Anteilsinhaber im Angesicht der fNXT-Distribution von ihren Anteilen trennen und damit einen Druck auf den Anteilspreis ausüben!

In diesem Zusammenhang möchte ich Benutzer "Durerus" aus dem Nxt-Forum zitieren:

Das [der Ablauf der Umstellung auf Nxt 2.0] ist noch ziemlich offen. Ursprünglich hatte sich Jean-Luc gedacht, dass die nur für das Forgen bestimmten fNXT im Verhältnis 1:1 an jeden NXT-Halter zu einem bestimmten Zeitpunkt ausgeteilt werden. Aber er zeigt sich auch offen für andere Lösungen, wie zum Beispiel eine IPO für einen Teil der fNXT. Oder dass die fNXT schon vor dem Start von 2.0 in Form eines Asset verteilt werden, sodass sich bereits ein Marktpreis entwickeln kann.

Einige schreien jetzt "Inflation!" Andere fühlen sich verarscht, weil sie bis zum Hals in illiquiden Assets stecken und ihren NXT-Buchwert jetzt nicht problemlos in echte NXT liquidieren können, um dann fNXT zu bekommen. Wieder andere fürchten, dass fNXT wertlos sein werden, weil man außer Forging nichts mit ihnen machen kann. Doch wenn die fNXT wertlos sind, dann ist auch keine Netzwerksicherheit mehr gegeben. Somit würden auch die Coins auf den Sidechains wertlos werden, da Transaktionen mit ihnen nicht mehr verlässlich wären...

Diese Befürchtungen sind teilweise vielleicht gerechtfertigt. Aber eines ist klar: NXT muss handeln! Wir haben nun mal nicht die Bekannheit von Bitcoin oder Ethereum. Deshalb müssen wir durch elegante Lösungen für grundsätzliche Probleme der Blockchaintechnologie bestechen. Wir müssen schaffen, was andere nicht schaffen. Sonst gibt es keinen Grund, in NXT zu investieren.

 

Auch auf Altcoinspekulant ist ein interessanter Beitrag über "Nxt 2.0" erschienen, den ich Ihnen ans Herz legen möchte!

Man sollte sich soviel über das Thema informieren, wie nur möglich und sich ein eigenes Urteil bilden.

Ich bin sicher, dass noch eine Weile darüber diskutiert wird, aber aktuell stehen die Zeichen schon auf "Nxt 2.0"!

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